|
Firefox vs. Internet Explorer |
|
|
|
|
Geschrieben von Sebastian Schmidt
|
|
Monday, 20 March 2006 |
|
Einige philosophische Fragen spalten die Internet Gemeinde schon seit jeher. Zum einen ist es die Frage des perfekten Betriebsystems oder des ultimativen Web Browsers. Wo man bei der ersten Entscheidung noch sehr an ein Produkt aus Redmond gebunden ist, hat man bei der Wahl des Browsers seit einiger Zeit wieder Alternativen. Als stärkster Konkurrent des Internet Explorers hat sich, neben Opera und dem wieder auferstandenen Netscape Navigator, schon seit seiner Beta Phase der Mozilla Firefox Browser erwiesen. Er glänzt durch seine schlanke, relativ plattformunabhängige Architektur und die mannigfaltigen Möglichkeiten, Plugins zu installieren oder den Browser an sich zu verändern. Viele Anwender steigen aus sicherheitstechnischen Gründen auf den Firefox um und durch die Empfehlung führender Sicherheitsbehörden wie das BSI ist er mittlerweile auch im betrieblichen Umfeld zu finden. Ist der Firefox sicherer als der IE? Wird ein Browser durch die steigende Anzahl der Installationen unsicherer? Diese und andere Frage gilt es zu klären wenn man den Einsatz im eigenen Firmen Netzwerk erwägt. Die Sicherheitsarchitektur der beiden Browser ist sehr unterschiedlich. Der Internet Explorer basiert auf einem Modell, welches für verschiedenste Zonen unterschiedliche Sicherheitseinstellung erlaubt. Der Firefox besitzt eine sehr starke Sicherheitsarchitektur die auch kein ActiveX unterstützt, was leider durch Inkompatibilität zu einigen Web Sites bezahlt werden muss. Durch ein Vermeiden der „Vertrauenswürdigen Seiten“ des IE ist es im Firefox auch nicht möglich auf den lokalen Rechner zuzugreifen ohne vor dem Rechner zu sitzen. Leider hat jedoch das Sicherheitskonzept des Firefox auch trotz der „fehlenden“ Features Sicherheitsprobleme. Seit seinem erscheinen im Jahr 2003 wurden bis jetzt 18 Sicherheitslücke gefunden, davon sind bisher 14% nicht behoben. Die vergleichbaren Zahlen des IE zeigen 67 Lücken und davon sind 30% nicht behoben. Diese Zahlen schwanken jedoch so stark das ein Vergleich bis April 2005 eine annähernd gleiche Zahl an nicht behobenen Sicherheitslücken gezeigt hätte. Durch die zusätzlichen Sicherheitsfeatures im SP2 für Windows XP sind einige Schwächen des IE behoben worden, trotzdem muss man den Entwicklern in Redmond nachsagen das sie dem Anwender zu wenig Informationen über sicherheitskritische Transaktionen im Web geben. Ein Beispiel ist die Benachrichtigung die den tatsächlichen Domänennamen in der Statusleiste anzeigt, ein Feature was Betrügereien mit Benutzerdaten vom Banken, E-Bay, Amazon, Paypal u.s.w erschweren würde. (Dieses Anti-Phishing Feature gibt es auch für den IE, ist aber nicht von Microsoft entwickelt worden) Auch bei anderen Warnungen ist der Firefox führend, ist zu hoffen das mit dem IE 7 einige dieser Mankos verschwinden und durch das verstärkte Nutzen unterschiedlichster Browser die Arbeit der Cracker erschwert wird. Fazit: Wer auf Sicherheit, nicht auf Geschwindigkeit der Darstellung der Seiten setzt und c.a. 98% Kompatibilität zu IE verschmerzen kann für den ist der Firefox eine sehr gute Alternative zum IE. Wer jedoch sehr viel mit Online Shops und Web-basierten Formularen arbeitet sollte lieber zum IE greifen da es doch teilweise verwirrende Ergebnisse beim Ausfüllen solcher Formulare gibt. Bei der Verwendung des IE ist auf jeden Fall auf ein aktuelles System mit allen Updates zu achten, da die extrem kritischen Sicherheitslücken im IE häufiger vorkommen. Die Gefahr durch solch eine Attacke selbst durch Firewalls hindurch kompromittiert zu werden ist relativ hoch. Selbst ein Viren Scanner kann da u.U. nicht mehr helfen, da es Tools wie Morphine erlauben den Bytecode eines Trojaners mehrfach zu verändern solange bis ihn kein Scanner mehr findet. Die Gefahr hierbei liegt wohl nicht in der breiten Masse sondern im gezielten Angriff. Für die Zukunft ist zu hoffen das der Internet Explorer in seiner neuen Version ähnliche Fortschritte wie der IIS seit Version 5 gemacht hat und auch durch den Opera etwas mehr Abwechslung in die Monokultur kommt, denn diese Monokultur ist nicht nur in der Forstwirtschaft schwer frei von Schädlingen zu halten.
|
|
Letzte Aktualisierung ( Monday, 17 April 2006 )
|